Projekt WLAN im Haus

WLAN, was kann daran so schwer sein? Nicht viel, denkt man sich. Man stellt die „Kiste“ des Anbieters einfach neben den Telefonanschluss und fertig. Denkste!

Nicht in einem Haus mit 5 Zimmer, verteilt auf 3 Etagen (Erdgeschoss, 1. Etage, 2. Etage). Da bringt der beste Glasfaseranschluss nichts, wenn das Signal nicht über das Erdgeschoss hinaus kommt, weil jede Etage Fußbodenheizung hat. Luxusprobleme, oder…?

Und ja, wir haben Fiber To The Home (FTTH) mit derzeit 200 Mbit/s Upload und 100 Mbit/s Download (maximal ist wäre 1 Gbit/s möglich). Nie mehr etwas anderes! 🤤

Zurück zum WLAN. Natürlich funktioniert das nicht. Die WLAN-Router sind einfach zu schwach. Ehrlich gesagt, habe ich das auch gar nicht ausprobiert. Ein wenig Logik und jeder erkennt, dass das bei der heutigen Bauweise mit Fußbodenheizung einfach kein Signal durch die Decken kommen kann. Allein über das Treppenhaus hätte mit Sicherheit nicht funktioniert. Jedenfalls, nicht zufriedenstellend. Das Thema WLAN ist aber ein ganz „heißes“, wenn man mit den Nachbarn einmal darüber redet: „Ab der Treppe ist alles weg“. Ich würde sagen, ich habe alles richtig und das Problem zu meinem Projekt gemacht, schon bevor wir umgezogen sind 💪🏻

Glücklicherweise haben die Planer dieses Hauses in jedem Raum ein CAT7 Kabel verlegt. CAT7 Kabel, das sind einfach Netzwerkkabel. Die liegen in jedem Raum, jedoch ungepatcht, unter einer Blinddose. Alle Kabel kommen im Versorgerschrank an, wo auch der Strom-, Glasfaser-, Wasser-, und Heizungsanschluss ist. Praktisch!

Was benötige ich überhaupt, um ein Heimnetzwerk zu betreiben?

Etliche Youtube-Videos und Google Suchanfragen später wusste ich ungefähr was man haben möchte, wenn ich das Projekt mit einem brauchbaren Ergebnis abschließen will:

* Patchpanel
* Switch
* Netzwerkkabel
* Access-Points
* Netzwerkdosen
* Werkzeug, um Netzwerkkabel zu „patchen“
* Router

Ich überlegte mir, dass es womöglich reicht, wenn ich einen Access Point in das Erdgeschoss und einen in einen der beiden Räume der 2. Etage hänge. Mein erster Verdacht: Die 1. Etage könnte etwas unterversorgt sein. Egal, denn eine weitere Dose und ein weiterer Access-Point ist schnell aufgehängt.

Für den Access-Point im Erdgeschoss habe ich dann später ein Loch vom Versorgerschrank in Richtung Essbereich/Küche gebohrt, da die Netzwerkdose vom Erdgeschoss in der Ecke platziert ist, wo der Fernseher steht. Auch praktisch! Da konnte ich gleich die Dose nutzen, um den Fernseher und die Entertain Box der Telekom mit einem Netzwerkkabel zu verbinden.

Welche Hardware darf es sein?

Schwieriger, als das herausfinden, was man benötigt, war das heraussuchen der passenden Hardware. Nach intensiver Recherche und durchforsten diverser Blogs, Youtube-Videos und Amazon Rezessionen ist es folgendes geworden:

* Patchpanel: DIGITUS Professional, Cat 6 Desktop LSA Patchpanel, 8-Port
Hier hatte ich keine Präferenz, die Bewertungen waren gut, er sah stabil aus, das Gehäuse aus Metal.

* Switch: Zyxel 8-Port Gigabit Web/Smart Managed PoE+ Switch, ohne Lüfter
Besondere Merkmale: Kein Lüfter (wer will schon Lüftergeräusche?), PoE („Power over Ethernet“, um Access-Points mit Strom zu versorgen)

* Netzwerkkabel: Primewire – 5 x 0,5m – CAT.7 Gigabit Ethernet Lan Netzwerkkabel

* Access Point: Ubiquiti Networks UAP-AC-PRO, weiß
Besondere Merkmale: Strom über PoE, unauffälliges Design, leichte Benutzeroberfläche zur Administrierung

* Werkzeug: CSL Netzwerk-Kit Kabeltester

* Router: Fritz!Box 7360
Besonderheit: Die Fritz!Box besaß ich schon aus einem Vertrag, noch bevor ich nach Hamburg gezogen bin. Die Box ist bestimmt 6 Jahre alt mittlerweile, aber funktioniert noch immer. Also wozu eine neue kaufen?

Als ich alle Hardware zusammen hatte war ich noch immer nicht sicher, ob das alles so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Nach dem Wissen, das ich mir angeeignet habe, sollte alles funktionieren. Gäbe es da nicht ein klitzekleines Problem: Ich habe noch nie Netzwerkkabel gepatcht. Aber ein Glück gibt es dazu genügend Videos auf Youtube. Ganz ehrlich, der Youtube Kanal von iDomiX, der ist schon nicht schlecht. Dort habe ich einiges an Informationen zu Netzwerken her. Auch, wie ich Netzwerkdosen patche, wie ich ein Patchpanel belege usw. 🙈

Beim ersten Kabel brauchte ich zwei Anläufe. Aber dann ging es relativ leicht, als ich herausgefunden hatte wie weit ich die Kabel abisolieren muss, welche Belegung ich verwende. Man kann nämlich nach 568A oder 568B belegen. Das heißt so viel wie: Jedes Adernpaar hat eine Farbe (weiß/grün, weiß/orange, weiß/blau,..). Diese müssen an eine Netzwerkdose oder auf das Patchpanel angeschlossen werden. Dort gibt es eine Nummerierung, und jeder Nummer ist ein farbiges Adernpaar zugeordnet. Ob nun „A“ oder „B“ heißt das blau und grün je einmal „vertauscht“ sind. Es ist total egal welches Belegungsmuster man verwendet, es sollte nur im Netzwerk einheitlich sein.




So patchte ich eine Dose in der 2. Etage, im Erdgeschoss neben dem Fernseher und entsprechend die Kabel auf das Patchpanel. Ich verknüpfte die Ports zum Switch und schloss den Router an den Switch an. Nachdem ich den ersten Access-Point konfiguriert hatte und ihn an das Netzwerk hing funktioniert sofort alles und auf Anhieb! Also schnell den zweiten Access-Point aufgehängt und… es funktionierte einfach. Er hat sich in das Netzwerk eingebucht, die Konfiguration vom Access-Point aus dem Erdgeschoss konnte einfach übernommen werden.

Seitdem ich das Netzwerk in Betrieb habe (seit Ende März) lief es ohne Probleme. In der mittleren Etage ist der Empfang etwas schlechter, aber es kommt etwas an. Hier kann ich später vielleicht noch einen Access-Point aufhängen, wenn die Kinder irgendwann einmal den Bedarf haben. Aber, wenn sogar mit den Access-Points der Empfang schon schlecht ist, wie soll es dann erst mit einer der Kisten der Telekom sein?

Ich jedenfalls, habe noch immer ein stolzes Gefühl, dass ich es geschafft habe mir ein kleines Netzwerk aufzubauen und sogar Netzwerkdosen gepatcht habe. 🙃 Richtig gut!

Nebem dem Router stehen jetzt noch die NAS und die Apple Time Capsule, für die täglichen Backups der MacBooks, die natürlich auch direkt am Switch hängen.

Butter bei die Fische, was kommt nun an?

* Im Erdgeschoss kommen circa 160-190 Mbit/s an, auf der Terrasse sind es noch 40-60 Mbit/s – der Access-Point „strahlt“ richtig gut in den Raum (und scheinbar durch das Fenster auf die Terrasse). Das macht sich sehr bemerkbar!

* In der 1. Etage kommen circa 20-40 Mbit/s an – mal ist es der Erdgeschoss Access-Point, mal der aus der 2. Etage. Je nachdem, woher man kommt.

* In der 2. Etage hängt er nun im Arbeitszimmer – dort sind es 160-190 Mbit/s, im Schlafzimmer sind es noch 30-50 Mbit/s. Die Position ist nicht optimal. Vielleicht hängt ich den noch einmal um. Aber derzeit funktioniert es so ganz gut.

Der Handover von einem Access-Point zum nächsten klappt auch wunderbar – Telefonate (Facetime) brechen nicht ab, der Laptop verbindet sich nicht neu oder zeigt irgendein anderes komisches Verhalten, wenn man mal mit Laptop durch das Haus wandert.

Projekt erfolgreich beendet! Viel Geld ausgegeben, aber auch viel gelernt, ich habe jetzt ein gutes WLAN zuhause und jeder Nachbar ist neidisch, dass ich Netzwerkkabel patchen kann.

Du hast Fragen zum Projekt oder denkst, dass ich das total falsch gemacht habe? Dann schreib mir doch auf Twitter: @joschie!

Vom Telekom Vertrag zu Prepaid zu Vodafone

Da Blogs ja wohl wieder „In“ sind und ich nach dem „Hello Again“ nicht so viel kam mache ich einfach weiter. Und zwar dachte ich, dass es mal an der Zeit ist von meiner Mobilfunk Prepaid-Story zu erzählen. So viel kann ich sagen: Vorbei ist sie noch nicht.

Johannes lässig am Slope Point Neuseelands

Ich weiß nicht mehr genau seit wann, aber vielleicht seit gut einem einem Jahr bin ich kein Telekom Vertragskunde mehr, mit einem Vertrag inklusive Handy und 24 monatiger Bindung. Am Ende waren mir über 50€ monatlich einfach zu viel Geld. Klar, damit habe ich auch mein iPhone abbezahlt. Nach zwei Jahren bin ich jetzt auf den Trichter gekommen, dass ich lieber mit einmal ein Telefon kaufe und dafür lieber monatlich deutlich weniger für den Mobilfunkvertrag ausgeben möchte (man zahlt dann gefühlt einfach vieeeel weniger). Also wechselte ich von einem Laufzeitvertrag zu einem Prepaidvertrag der Telekom.

Telekom Prepaid

Bis vor kurzem hatte ich  den Prepaid-Tarif „L“. Für 14,95€/Monat umfasste er 1,5GB Daten (LTE), 100 Minuten in andere Netze, Flat ins eigene Netz, Roaming (muss man wohl erwähnen, da nicht selbstverständlich) und eine Hotspot-Flat der Telekom Hotspots, die es scheinbar überall gibt. Die Umstellung ging total problemlos. Abgesehen davon, dass ich monatlich manuell 15€ aufladen musste, hat sich nichts geändert. Rein gar nichts.

Positiv:

Die Hotspot Flat konnte ich an Bahnhöfen nutzen, sogar in der Innenstadt von Hamburg gibt es genügend Hotspot Flats. Das Handy hat sich oftmals von alleine eingebucht, sodass ich mit einem WLAN verbunden war, ohne es direkt gemerkt zu haben.

Das aufladen geht über eine App, oder über irgendein anderer Service (Online-Banking, Gutscheinkarten, Bankautomaten), extrem problemlos.

Das Telekomnetz ist schon sehr gut und für 14,95€/Monat

Funfact: Lädt man 100€ auf brauch man 6 Monate „nichts“ zahlen. Mir aus versehen passiert und es war fantastisch.

Negativ:

Die Telekom-App, um Guthaben aufzuladen, funktioniert faktisch nicht mehr, wenn man keine Daten mehr hat. Ich würde mir wünschen, dass die App genausp funktioniert wie die Webseite, auf der man sein verbrauchtes Guthaben abrufen kann. So passierte mir nämlich, als ich vor einem DriveNow stand, um das Auto zu öffnen, dass meine Daten auf einmal aufgebraucht waren. Hektisch versuchte ich Guthaben aufzuladen (wie Murphy so wollte, hatte ich keine 5€ mehr, um noch einmal einen Datenpass „nachzuschießen“). Damit mir das nicht noch einmal passiert wollte ich gleich 50€ aufladen. Es lud und lud und ich probierte es noch einmal (App „gekillt“ und von vorn). Leider ging die Anfrage wohl durch und ich bekam, nachdem der zweite Versuch erfolgreich war, zwei Mitteilungen, dass ich für je 50€ aufgeladen haben.

Den positiven Nebeneffekt erwähnt ich ja bereits unter „Positiv“: Ich brauchte für mehrere Monate kein Guthaben aufladen und es fühlte sich an, als ob ich Monate lang einen extrem günstigen Vertrag hätte.

Jetzt ist der Negativ-Teil so lang, dabei kann ich den Telekom Prepaid-Tarif wirklich empfehlen, wem die Leistung genug ist. Das Netz ist wirklich tadellos. Zusammen mit der Hotspot-Flat 👍

Vodafone

Stillstand ist ja langweilig, dachte ich mir. Und bei Vodafone gibt es ein ähnliches Angebot für 9,99€. 1,5GB Daten, 200 Minuten in alle Netze.

Warum also nicht einmal wechseln? Vodafone macht seit einiger Zeit einen guten Eindruck, dachte ich mir. Wenn die Telekom einen Mitbewerber hat, dann ist es Vodafone. Also, den Prepaid Vertrag bei der Telekom gekündigt und die Rufnummernmitnahme eingeleitet. Leider gabs da einige Probleme. Einmal war der „opt-in“ zur Rufnummernmitnahme nicht gesetzt. Das erste Mal umsonst den online Identifizierungsprozess durchlaufen. Beim zweiten Mal stellte sich heraus, dass die Telekom-Karte nicht genügend Guthaben aufwies, um die Rufnummer mitzunehmen. Also, aller guten Dinge sind drei: Nun hat es endlich geklappt. Heute, nach 3 Wochen ohne funktionierendem Handy (Karte ist schon 3 Wochen deaktiviert), halte ich die neue Vodafone SIM-Karte in der Hand.

Leider weiß ich nicht, wie ich sie deaktiviere, denn:

  1. Im Brief der SIM-Karte steht, dass man von seiner alten Vodafonekarte eine Rufnummer zum aktivieren anrufen muss. Lustig! 😆
  2.  Es gibt ein Online-Formular, um die neue Karte zu aktivieren. Leider ist meine Rufnummer, die ich mitnehme, scheinbar zu kurz. Das Feld, wo ich die Rufnummer eintragen muss, zeigt eine Fehlermeldung an. Lustig! 😆
  3. Rufe ich bei der Support-Hotline an, muss ich die Rufnummer angeben. Leider ist meine Rufnummer nicht bekannt und Vodafone legt nach der dritten Eingabe auf. Lustig! 😆
  4. Rufe ich bei der Bestell-/Info-Hotline an, wird mir gesagt, dass man mir nicht weiterhelfen kann, da diese Hotline nur Bestellungen entgegen nimmt. Ich wurde weitergeleitet… zur Support-Hotline Lustig! 😆
  5. Der Twitter-Support schickte mir eine Seite, die besagt, dass ich die SIM-Karte einlegen muss und sich dann ein Fenster zur Aktivierung öffnet, oder ich Formular aus Variante 2 ausfüllen soll. Lustig! 😆
Vodafone Aktivierungsformular

Jedenfalls entdeckte ich dann, dass im Brief steht, dass ich meine Rufnummer ab dem 09.07.2018 verwenden kann. Das macht mir Hoffnungen, dass ich vielleicht doch mit der Variante 3 der Aktivierungsmöglichkeiten Erfolg haben könnte. Ich warte jetzt einfach noch 6 Tage und mache den Monat ohne funktionierender Handynummer voll.

Heute war schon der Tag, an dem ich es schon leicht bereute von der Telekom zu Vodafone zu wechseln. Aber wie gesagt, Stillstand ist langweilig. Ich war viele viele Jahre bei der Telekom und nun ist mal die Konkurrenz an der Reihe.